2004/2005

Restaurierung des Bödeker Spendenengels auf dem Stöckener Friedhof in Hannover. Wiederherstellung des ursprünglichen Erscheinungsbildes.

 

Standort:
Friedhof Stöcken
Stöckener Str. 68, 30419 Landeshauptstadt Hannover

 

Vor ca. 160 Jahren sammelten gusseiserne Engel in der Innenstadt von Hannover Almosen für Not leidende Mitmenschen. An belebten Plätzen, wie dem Kröpcke, Georgstraße und auf Friedhöfen hatte Pastor Hermann Wilhelm Bödeker die gut meterhohen Metallfiguren mit den Spendenkästen aufstellen lassen.

Weil die meisten Engel bronzefarben waren, ging man davon aus, dass sie nicht rosten und so hat sich wahrscheinlich niemand um ihren Erhalt gekümmert. Da sie aber aus Gusseisen sind, wurden die Löcher größer und der Verfall deutlich sichtbar.

2003 hat der Rotary Club Hannover-Leineschloss die Initiative ergriffen und für das Exemplar auf dem Engesohder Friedhof die Kosten der Restaurierung übernommen. In Zeitungsartikeln über die Aufstellung des in neuem Glanz erstrahlenden Engels wurde auf ein weiteres Exemplar auf dem Stöckener Friedhof verwiesen, für den noch ein Sponsor gefunden werden sollte.

Das war die Initialzündung für die Stiftung Falkenreck, sich dieses Engels anzunehmen.

vorher

nachher

2004 befand sich der Engel in einem restauratorisch bedenklichen Zustand. Die über die Jahre aufgebrachten Farbschichten zeigten an vielen Stellen Korrosion, insbesondere an der Tür des Spendenkastens.

Der Engel setzte sich aus acht Einzelteilen zusammen: Kopf, Rumpf mit Spendenkasten, zwei Armen, zwei Flügeln, Dach des Spendenkastens und Klappe des Spendenkastens. Alle Anschlüsse waren ursprünglich mit Blei verstemmt, jedoch begannen einige der verbleiten Gussstöße deutlich aufzubrechen.

In der Werkstatt: aufgehängt

Blick ins Innere des Engels

Maßnahmen der Restaurierung

  • Innenreinigung der Figur zur Rost- und Sedimententfernung
  • Feinkornstrahlen
  • Überarbeiten der Risse und Schweißnähte (geöffnete Verbindungen wurden, wenn sie stabil waren, mit Bleiverstemmungen geschlossen, wenn nicht, wurde kalt geschweißt)
  • Die Tür des Spendenkastens war so korrodiert, dass sie nicht mehr aufgearbeitet werden konnte. Es wurde eine neue originalgetreue Tür nach dem Vorbild des Engels auf dem Engesohder Friedhof hergestellt

vorher

nachher

vorher

nachher

  • Nachdem alle Farbschichten entfernt worden sind, wurde ein gelber Grundton aufgetragen. Der darauf folgende grüne Kupferfarbton, der die Kupferkorrosion imitiert, wurde mit unterschiedlichen Pinseln relativ trocken getupft, damit der Farbanstrich dünn und durchscheinend wirkt.

Imitation der Kupferkorrosion. Quelle: Die Imitationsfassung des Bödeker - Engels II, Dokumentation: Dipl.-Rest. (FH) C. Achhammer, April 2005

  • Zum Abschluss: Aufbringen einer Schutzfirnis.
  • Sandsteinsockel: säubern mit einem Heißwasserhochdruck-
    reiniger ohne chemische Zusätze, farblich störende Bereiche wurden lasierend angeglichen.

Das Besondere dieses Engels ist, dass bei der Feinkornstrahlung der Name der Gießerei sichtbar geworden ist: Georg Egestorff in Linden vor Hannover. Der Name befindet sich auf der Plinte gegenüber des Namens von Herrn Hurtzig.

Originalschriftzug der Gießerei. Quelle: Die Imitationsfassung des Bödeker - Engels II, Dokumentation: Dipl.-Rest. (FH) C. Achhammer, April 2005

Der aufwändig restaurierte Engel wurde im Mai 2005 in einer feierlichen Stunde und einer Ansprache von Herrn Horst Rodiek, P.i.R., wieder an seinem ursprünglichen Platz aufgestellt.

Ausführende Unternehmen bzw. Institutionen

Alle Arbeiten erfolgten in Abstimmung mit dem Amt für Denkmalpflege und der Denkmalbehörde der Landeshauptstadt Hannover

2010 wurde der Engel auf dem Stöckener Friedhof vor Metalldieben in Sicherheit gebracht. Leider ist der Engel seit dieser Zeit nicht mehr an seinen ursprünglichen Standort am Friedhof zurückgekehrt, sondern wurde im Café „Anna Blume“ auf dem Stöckener Friedhof platziert.

 

Zusätzliche Informationen:

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