November 2012

Zufall und Fügung – der Weg zum Myron-Buch

 

La consécration du Myron par Gabriel IV – 86e Patriarchen d´Alexandrie en 1374 A. D.
Die Myronweihe durch den koptischen Patriarchen Gabriel IV. (1374) –
Jerusalemer Theologisches Forum 20
Aschendorff-Verlag, Münster 2014
ISBN 978-3-402-11027-0

Autoren: Youhanna N. Youssef / Ugo Zanetti

Durch Zufall und Fügung wurde die Stiftung darauf aufmerksam, dass das Buch, welches von einer kleinen Gruppe internationaler Experten wissenschaftlich erstellt sei, an einer Veröffentlichung scheiterte, da die Druckkosten nicht aufgebracht werden konnten.
Durch diese Gegebenheit erschien es der Falkenreck Stiftung ein Bedürfnis, den Druckkosten-Zuschuss in Höhe von 4.000,00 € zu übernehmen, wodurch das Werk im Jahr 2014 vom Aschendorff-Verlag gedruckt und als 20. Band seiner Reihe ”Jerusalemer Theologisches Forum“ veröffentlicht wurde.

Der Buchdeckel des Myron-Buches ist in auffälligem Kobalt-Blau gehalten und bildet das koptische Kreuz – das jeweils in drei spitzen, stilisierten Zacken endet – ab. Im Hintergrund sieht man eine Seite der Handschrift mit den drei in ihr verwendeten Schriften (griechisch, koptisch und arabisch).

Eine kurze Information zum Inhalt des Buches:

Myron ist ein duftendes Salböl in der Ostkirche – analog der ”Chrisam” in der Westkirche – jeweils hergestellt aus gekelterten Oliven, angereichert mit vielen wohlriechenden, duftenden Spezereien, die dem Salböl einen Wohlgeruch verleihen. Je mehr Spezereien, je mehr Duftstoff und desto größer der Reichtum der Gaben des Heiligen Geistes und die damit verbundene göttliche Kraft.

Während anfänglich das Myron jährlich hergestellt wurde, vergrößerten sich dann die Zeitabstände, da die Herstellung – bzw. die Spezereien zu kostspielig wurden.

”… wegen dieser hohen Zeitabstände zwischen solchen Veranstaltungen erschien es den koptischen Kirchenführern nützlich, über die Verfahren der Herstellung des Myrons und die Feier seiner Weihe detaillierte Aufzeichnungen anzufertigen. So gibt es mehrere solcher ”Myron-Bücher“ aus verschiedener Zeit. Sie sind als arabische Handschriften überliefert und gehören zu den bedeutendsten Quellen koptischer Kirchen- und Liturgiegeschichte im christlichen Ägypten…“

Dieses Buch nun enthält den Bericht des Bischofs Athanasius von Qous, der im Jahr 1374 von seinem koptischen Patriarchen Gabriel IV. (1370-1378) im Kloster des Heiligen Makarius (in der Wüste von Scetis) die Aufgabe erhielt, eine schriftliche Beschreibung der Myronweihe zu verfassen. Er beschrieb sorgfältig nicht nur die Herstellung des Salböls, die verschiedenen liturgischen Hymnen, die während der Gottesdienste gesungen wurden, sondern auch u.a. die Reiseroute von Kairo nach Scetis, die anwesenden Persönlichkeiten und viele weitere Details der Veranstaltung.

Der Text des Bischofs wird in diesem Buch zum ersten Mal veröffentlicht, zusammen mit einer Einführung, einer französischen Übersetzung und Notizen sowie Indizes, die dem Leser helfen sollen, dieses einzigartige Dokument, das einen wesentlichen Moment im koptischen liturgischen Leben darstellt, einzuordnen und zu verstehen. Durch die Beschreibung des sozialen Lebens der koptischen Christen im 14. Jahrhundert bekommt das Werk noch einen zusätzlichen kulturhistorischen Hintergrund.

 

Als besondere Herausforderung für den Druck erwies sich die Anlage des Buches in den verschiedenen relevanten Sprachen und Schriftzeichen, in denen es verfasst wurde: Lateinisch, Französisch, Griechisch, Arabisch und zwei koptische Schriften.

 

Auch für die Falkenreck Stiftung war es eine wertvolle Bereicherung und erhielt für Ihr Engagement großes Lob und Anerkennung aus Fachkreisen.

Insbesondere Herr Dr. theol. habil. Heinzgerd Brakmann,
Privat-Dozent für Liturgiewissenschaft und Ostkirchenkunde an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn:

„Dank der Unterstützung durch die Dipl.-Ing. Horst und Dr. Ingrid Falkenreck Stiftung konnte nunmehr zum ersten Mal eines dieser „Myron-Bücher“ in den Originalsprachen und –schriften gedruckt, in eine westliche Sprache übersetzt und versehen mit ausführlicher Einleitung, sowie detaillierten Erläuterungen, veröffentlicht werden – erstmals in Deutschland.“

Sowie vom Aschendorff Verlag, Münster:

„… dieses wissenschaftlich bedeutsame Werk hätte nicht ohne die Unterstützung Ihrer Stiftung erscheinen können, wofür wir uns herzlich bedanken ….“

Zusatzinformationen:

 

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